Archiv für April, 2015

Ein halber Brettpunkt entscheidet über den Abstieg

Dienstag 28. April 2015 von Michael Lohn

Abge­stie­gen in die Rhein­land­liga – das ist ein his­to­ri­scher Tief­punkt für den einst so stol­zen Club. Für den Schach­club Ket­tig, der über Jahr­zehnte zu den stärks­ten Schach­ver­ei­nen Deutsch­lands gehörte. Der von der zwei­ten Hälfte der 1950er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre prak­tisch unun­ter­bro­chen der höchs­ten Deut­schen Spiel­klasse ange­hörte. Bei dem Schach­le­gen­den wie Dr. Robert Hüb­ner oder Exwelt­meis­ter Boris Spas­ski bei frü­he­ren Mann­schafts­kämp­fen zu Gast waren. In einer Zeit, in der das Schach­dorf Ket­tig in ganz Deutsch­land bekannt war.

Die­ser Club ist nun mit sei­ner ers­ten Mann­schaft in die Rhein­land­liga abge­stie­gen; die sechste Spiel­klasse von oben, die fünfte von unten. Noch nie hat eine Ket­ti­ger erste Mann­schaft so tief gespielt.

Das ent­schei­dende Spiel in der Schluss­runde der 2. Rheinland-Pfalz-Liga gegen die SG Konz-Zewen ging 3,5:4,5 ver­lo­ren. Gegen eine Mann­schaft, deren Spie­ler prak­tisch an jedem der 8 Bret­ter nach Wer­tungs­zahl den Ket­ti­gern deut­lich unter­le­gen waren. Uner­klär­li­che Feh­ler unter­lie­fen den Ket­ti­ger Spie­lern. Z.B. als an Brett 6 eine Stel­lung, die in den zwin­gen­den Gewinn in weni­gen Zügen erlaubte, durch einen ein­zi­gen schlech­ten Zug zunichte gemacht wurde. Auch andere Ket­ti­ger Spie­ler waren am Schlussrunden-Spieltag kom­plett von der Rolle, mit einem ängst­li­chen und kon­zept­lo­sen Spiel, wie man es von ihnen so noch nie erlebt hat.

Der Sai­son­ver­lauf ins­ge­samt war völ­lig unglück­lich, unfass­bar und kurios: Da hat man zu Beginn gegen den Tabel­len­ers­ten (!) und Meis­ter Turm Lahn­stein das Mann­schafts­re­mis in der Hand – und ver­gibt es durch fal­sche Zug­folge an einem Brett. Da wird der Tabel­len­zweite (!) SG Trier II und der Dritte (!) SV Koblenz III von der Ket­ti­ger Mann­schaft sau­ber bezwun­gen. Da erspielt man gegen den Tabel­len­vier­ten VfR-SC Koblenz ein Mann­schafts­re­mis. Und ver­geigt die Spiele kom­plett gegen die Mann­schaf­ten der unte­ren Tabellenhälfte.

Noch in der ent­schei­den­den Schluss­runde hätte gegen den bis dahin Tabel­len­letz­ten SG Konz-Zewen ein läp­pi­sches 4:4 Remis zum Klas­sen­er­halt gereicht – am Ende hat ein läp­pi­scher hal­ber Brett­punkt gefehlt, der Kampf ging 3,5:4,5 ver­lo­ren – und die Ket­ti­ger Erste Mann­schaft steigt in die Rhein­land­liga ab. Dort kann es in der nächs­ten Sai­son nur hei­ßen: es bes­ser machen als zuletzt und den direk­ten Wie­der­auf­stieg angehen!

Tho­mas Hönig, Tur­nier­lei­ter SC 1924 Kettig

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