1983-heute (Die neue Generation)

geschrie­ben von Elmar Zimmer

Der Ent­wick­lung hin zum Pro­fi­schach wollte und konnte der SC Ket­tig als rei­ner Ama­teur­ver­ein nicht fol­gen: Kein Ver­ein konnte in der Bun­des­liga, eine der stärks­ten Ligen der Welt, ohne Berufs­spie­ler und Groß­meis­ter bestehen!

Infol­ge­des­sen musste 1983 die erste Mann­schaft in die zweite Bun­des­liga abstei­gen, wo sie drei Jahre ver­blieb, es folg­ten zwei Jahre Ober­liga, ein Jahr Rheinland-Pfalz-Liga und vier Jahre 1. Rhein­land– bzw. 2. Rheinland-Pfalz-Liga. Von der Sog­wir­kung der ers­ten Mann­schaft wur­den ver­ständ­li­cher­weise auch alle ande­ren Mann­schaf­ten erfasst; kom­plette Mann­schafts­ka­der ver­lie­ßen Ket­tig und folg­ten lukra­ti­ven Offer­ten ande­rer Vereine .

Die sport­li­che Tal­fahrt wäh­rend der acht­zi­ger Jahre wurde zu Beginn der Neun­zi­ger auf­ge­fan­gen: 1992/93 gelang der ers­ten Mann­schaft seit 12 Jah­ren wie­der ein Auf­stieg in die 1. Rheinland-Pfalz-Liga, die viert­höchste deut­sche Spiel­klasse. Nach der Sai­son 2000/2001 musste die Mann­schaft aber wie­der in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga absteigen.

Der Fall des „Eiser­nen Vor­hangs” und die Umbrü­che in Ost­eu­ropa seit Ende der acht­zi­ger Jahre haben auch zu einem Anstieg des Leis­tungs­ni­veaus in die­sen Spiel­klas­sen geführt, die Ket­ti­ger Spit­zen­bret­ter tref­fen in Meis­ter­schafts­spie­len auch heute auf inter­na­tio­nale Titelträger.

Von 1999 — 2010 lenkte Man­fred Sor­ger als Ers­ter Vor­sit­zen­der die Geschi­cke des Ver­eins. Seit April 2010 über­nimmt Elmar Zim­mer die ehren­volle Auf­gabe des Ers­ten Vorsitzenden.

Auf Ein­zel­tur­nie­ren machte sich vor allem der Spit­zen­spie­ler der aus­ge­hen­den 90er Jahre, Olaf Schu­ma­cher, einen Namen, zwei­mal war er bis­lang Rheinland-Pfalz-Einzelmeister und nahm zwei­mal an der Deut­schen Ein­zel­meis­ter­schaft teil; die 1998 in Bre­men aus­ge­tra­gene Meis­ter­schaft ging als die stärkste Deut­sche Meis­ter­schaft aller Zei­ten in die Anna­len ein.

1998 wurde ihm auch der Titel eines „FIDE-Meisters” (neben dem Groß­meis­ter­ti­tel und dem Titel eines Inter­na­tio­na­len Meis­ters der dritte Titel, der inter­na­tio­nal ver­ge­ben wird) vom Welt­schach­bund verliehen.

Gün­ther Mül­ler — Schnell­schach — Open 2001

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Man­fred Sor­ger und Gün­ther Mül­ler beob­ach­ten mit Begeis­te­rung die Par­tien der Spieler.

Ver­bands­ge­mein­de­ju­gend­tur­nier 1999

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Im Jugend­be­reich sind die Erfolge, ver­gli­chen mit den „gol­de­nen” acht­zi­ger Jah­ren, als Ket­ti­ger Jugend­li­che zur Spitze in Deutsch­land zähl­ten und das dama­lige erste Senio­ren­brett (!) Jörg Wei­de­mann mehr­mals an Jugend­welt­meis­ter­schaf­ten teil­ge­nom­men hatte, rar gewor­den. Kon­stant fin­den sich der­zeit etwa 6–10 Jugend­li­che zum Jugend­trai­ning ein.

Mit einem lang­fris­tig betrach­te­ten Rück­gang jugend­li­cher Mit­glie­der­zah­len haben sicher auch andere Ver­eine ange­sichts eines Über­an­ge­bo­tes nicht zuletzt im elektronisch/medialen Frei­zeit­be­reich ihre Probleme.

Doch ist man letzt­end­lich zufrie­den, wenn die meis­ten über einen län­ge­ren Zeit­raum dem Schach treu blei­ben und mehr oder weni­ger rasch in Mann­schaf­ten inte­griert wer­den können.


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