Archiv für Juli, 2015

19tes Godesburg Open

Sonntag 19. Juli 2015 von Michael Lohn

Spiel­be­richt von George Bruziks:

Jeden Som­mer ver­an­stal­tet der renom­mierte Godes­ber­ger SK (die erste Mann­schaft die­ses Ver­eins spielt in der 2. Bun­des­liga West) ein ein­wö­chi­ges Tur­nier, das Godes­burg Open. Ich habe in die­sem Jahr zum drit­ten Mal teil­ge­nom­men. Der Spiel­mo­dus ist ange­nehm: jeden Tag eine Runde, Spiel­be­ginn ist um 17 Uhr, Bedenk­zeit ist 90 Minu­ten für 40 Züge, danach 30 Minu­ten für den Rest der Par­tie. Um 21 Uhr ist die Par­tie auf jeden Fall vor­bei. Mitt­ler­weile finde ich den Modus mit Zeit­gut­schrift pro Zug schö­ner, aber zum Glück gilt ja die Bedenk­zeit­re­ge­lung auch für den Gegner.

Wie in den letz­ten Jah­ren war auch hier die Betei­li­gung aus dem Rhein­land eher schwach, aber es haben immer­hin mehr Spie­ler aus unse­rer Region als im letz­ten Jahr den Weg nach Bonn gefun­den. Gespielt wird in Bonn-Bad Godes­berg im Stadt­teil Meh­lem, also wirk­lich gut zu errei­chen. Bewir­tung, Park­platz­si­tua­tion und Spiel­lo­kal (Gemein­de­saal) sind unta­de­lig, keine Lärm­be­läs­ti­gung, die Ergeb­nisse und die Aus­lo­sung der nächs­ten Runde ist mor­gens kurz nach dem Früh­stück im Internet.

Nach mei­nen Erfah­run­gen mit dem Tur­nier in Sieg­burg habe ich dies­mal an den Spiel­ta­gen nur bis zur Mit­tags­pause gear­bei­tet. Danach etwas ent­spannt, noch mal schnell nach­ge­se­hen, ob über den Geg­ner etwas in der Daten­bank zu fin­den war und dann gemüt­lich nach Bonn aufgemacht.

Von den 86 Teil­neh­mern war ich an Platz 24 gesetzt. In der ers­ten Runde hatte ich dann ent­spre­chend einen Geg­ner auf Platz 71, der es mir aus­ge­spro­chen leicht machte: die Par­tie endete mit Matt nach nur 11 Zügen. In der zwei­ten Runde hatte ich dann einen FM aus Mol­da­wien, Dmitrii Marczi­ter (er spielt für DJK Auf­wärts Aachen). Hier war ich es nun, der kein Land zu sehen bekam. Aus der Eröff­nung her­aus hatte er eine Druck­stel­lung, die er immer wei­ter aus­baute und zum Gewinn führte. Die dritte Runde bescherte mir dann einen Schach­freund aus dem Rhein­land, Johann Decrouppe. Gegen ihn hatte ich noch etwas gut zu machen, hatte ich doch vor 17 Jah­ren gegen ihn bei der Club­meis­ter­schaft in Nie­der­fell ver­lo­ren. Die Wie­der­gut­ma­chung gelang mir sehr gut. Auch die vierte Runde brachte einen vol­len Punkt für mich und die Aus­gangs­lage (mitt­ler­weile in der Tabelle an Platz 10) für die letz­ten drei Par­tien war mit drei aus vier viel­ver­spre­chend. Runde 5 brachte mir Leo Evers aus Porz als Geg­ner. In einer recht schwer­blü­ti­gen Par­tie konnte ich Druck­spiel auf­bauen. Sein Ver­such, Gegen­spiel auf­zu­bauen, führte zu Figu­ren­ver­lust. Die Par­tie zog sich dann noch bis ins späte End­spiel hin, erst als er vor dem Matt stand, gab er die Par­tie auf. In der fünf­ten Par­tie musste ich mich als Schwar­zer gegen ein Morra-Gambit ver­tei­di­gen. Die Par­tie wurde schnell trotz Damen­tausch unglaub­lich wild und ver­wi­ckelt, jedoch konnte kei­ner von uns einen wirk­li­chen Vor­teil errei­chen. So nahm ich das Remis­an­ge­bot mei­nes Geg­ners an. In der letz­ten Runde spielte ich gegen Ger­man Schnei­der von aus­rich­ten­den Klub. Ganz lang­sam konnte ich Raum gewin­nen und ihn ein­en­gen. Als seine Dame in die Enge getrie­ben wurde gab er eine Figur gegen zwei Bau­ern und erhielt Gegen­spiel, weil meine Figu­ren nach dem Mate­ri­al­ge­winn etwas unko­or­di­niert waren. Ich konnte aber wie­der Ord­nung in mein Lager brin­gen und erreichte nach der Zeit­kon­trolle ein End­spiel mit zwei Sprin­gern und einem Bau­ern gegen einen Läu­fer. Zwar konnte er das Umwand­lungs­feld mit sei­nem König errei­chen, aber es gelang mir, die­sen dort zu ver­trei­ben und dann mit den Sprin­gern einen Schutz­schirm für den Bau­ern zu bil­den, so dass die­ser sich umwan­deln würde. Das war die vor­letzte Par­tie an die­sem letz­ten Spiel­tag. Erst jetzt hatte ich die Gele­gen­heit ein­mal zu schauen, wie die ande­ren Par­tien an den vor­de­ren Bret­tern aus­ge­gan­gen waren. Ich war mit mei­nem Geg­ner aus der zwei­ten Runde punkt­gleich auf dem dritten/vierten Platz und hatte zwei Titel­trä­ger hin­ter mir gelas­sen! Ein gro­ßer Erfolg, mit dem ich nicht gerech­net hatte.

Aus dem Rhein­land haben noch mit­ge­spielt: Yuri Boid­mann (Heimbach-Weis, Platz 5), der sehr begabte Jugend­li­che Tim Ronge (Heimbach-Weis, 7), Dr. Ralf Spree­mann (Mayen, 20), Tho­mas Schwab (Mayen, 24) und Johann Decrouppe (Güls/Niederfell, 72).

Hier die ers­ten Plätze:

1.2.Khanukov,Boris22302322Bahn-SC Wup­per­tal76106.52015
2.8.Florstedt,Johannes22082157Godes­ber­ger SK76016.02007
3.4.Marcziter,Dmitrii22182272DJK Auf­wärts Aachen75115.52046
4.28.Bruziks,George19631973SC Ket­tig75115.51829
5.1.Boidman,Yuri22862342SC Heimbach-Weis75025.02011
6.36.George,Tom19901934SG Stadt­ilm75025.02010
7.38.Ronge,Tim19401927SC Heimbach-Weis74215.01902
8.31.Kagan,Dennis18341945SG Porz73405.01901
9.18.Hofene,Dieter19692060SF Bee­len75025.01828
10.26.Kathstede,Gerd,Dr.18651991DJK Auf­wärts Aachen74215.01805
11.27.Schilberg,Ingo17811989SV Wesel75025.01799
12.5.Grabowski,Pawel2241Godes­ber­ger SK75025.01782

George Bru­ziks, Geschäfts­füh­rer SC 1924 Kettig


Exter­ner Link zum Godes­ber­ger Schachklub1929 e.V.: http://www.godesbergersk.de

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Siegburger Stadtmeisterschaft

Sonntag 12. Juli 2015 von Michael Lohn

Um ja keine Lan­ge­weile zwi­schen den Mann­schafts­spiel­zei­ten auf­kom­men zu las­sen, ver­ab­re­de­ten sich George Bru­ziks und Elmar Zim­mer gegen Ende der Neu­wie­der Stadt­meis­ter­schaft zur Teil­nahme an einer wei­te­ren, näm­lich der von Sieg­burg in NRW; eine sie­ben­ma­lige Anfahrts­zeit von 40 Minu­ten ( gespielt wurde jeweils Don­ners­tags ) sollte nicht schre­cken, hatte man doch die Aus­sicht auf Geg­ner zu tref­fen, gegen die man sonst gar nicht spielt !

Doch Pus­te­ku­chen; Elmar und George waren mehr als miss­ver­gnügt, als das Los sie in der ers­ten Runde zusam­men­brachte ! Eine Inter­ven­tion beim Tur­nier­lei­ter hatte kei­nen Erfolg, da angeb­lich das Com­pu­ter­pro­gramm sich nicht mehr kor­ri­gie­ren ließe . Etwas selt­sam war auch, dass Elmar in Runde 6 den glei­chen Geg­ner zuge­lost bekom­men hatte, gegen den er in Runde 4 kampf­los gewann. Etwas mehr Fin­ger­spit­zen­ge­fühl wäre in bei­den Fäl­len zu erwar­ten gewe­sen ( Tho­mas H. ist zwar ein har­ter Hund, aber ihm wäre das als Tur­nier­lei­ter nicht pas­siert !). Doch dies waren die ein­zi­gen nega­ti­ven Begleit­er­schei­nun­gen; gro­ßes Lob muss man der Sieg­bur­ger Tur­nier­seite aus­spre­chen: Bereits am fol­gen­den Frei­tag war die neue Aus­lo­sung nebst Down­load der Par­tien im PGN-Format ver­füg­bar ! Auch bot sie wei­tere Statistiken.

Unterm Strich war George mit der Qua­li­tät sei­ner Par­tien nicht ganz zufrie­den, letzt­end­lich ver­half er aber in der Schluss­runde in einer kom­pli­zier­ten Stel­lung und bei knap­per Bedenk­zeit Mark Lam­precht (Loh­mar) zum Titel des Stadtmeisters.

Auch Elmar konnte nur ein zwie­späl­ti­ges Fazit zie­hen: Ein Sieg in Runde 3 gegen einen weit­aus DWZ-Stärkeren und ein kampf­lo­ser Punkt in Runde 4 bescherte ihm in Runde 5 an Tisch Nr. 2 (Junge, Junge!) den Vor­jah­res­sie­ger, gegen den er erst kurz vor Schluss die Par­tie ver­darb. In der End­ab­rech­nung belegte er dann mit 3 Punk­ten Rang 23 unter 42 Teil­neh­mern. George, der immer an einem der vor­de­ren Bret­ter spielte, erreichte mit 4 Punk­ten Platz 13.

Elmar Zim­mer, 1. Vor­sit­zen­der SC 1924 Kettig

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